Christuskirche Wallersdorf

Die evangelische Christuskirche in Wallersdorf

 

Christuskirche WallersdorfBis 1870 wohnten in der Gemeinde Wallersdorf nur Katholiken. Erst mit dem Bau der Eisenbahn kamen auch einige evangelische Christen nach Wallersdorf. Ab 1913 wurden sie der protestantischen Gemeinde Deggendorf zugeteilt. Dort war im Jahre 1900 eine protestantische Reisepredigerstelle eingerichtet worden, welche für die Landkreise Deggendorf und Landau zuständig war.
Als Reiseprediger waren tätig: 
1900 - 1903: Georg Schnorr,
1903 - 1910: Hans Schaller,
1910 - 1918: Ludwig Hammel.

Ab 1913 kam ein protestantischer Hilfsgeistlicher nach Plattling, der dann auch die Seelsorge im Landkreis Landau ausübte. Erst 1918 wurde in Deggendorf eine evangelische Pfarrei eingerichtet.

Noch bis zum Jahre 1942 lebten hier nur wenige evangelische Christen. Erst als dann aus den vom Luftkrieg bedrohten Großstädten Frauen und Kinder evakuiert wurden, kamen auch mehr evangelische Christen in unseren Ort und seine Umgebung. Außerdem strömten 1944/45 und nach dem Krieg auch Heimatvertriebene aus Schlesien, West- und Ostpreußen hierher, darunter auch viele evangelische Gläubige. Im September 1946 besuchten bereits 54 evangelische Kinder die hiesige Volksschule. 1948 entstand in Landau eine evangelische Pfarrei, die zum Dekanat Landshut gehört und sich 1953 eine eigene Kirche baute. Von Landau aus wurden auch die evangelischen Schüler in Wallersdorf im Religionsunterricht betreut.

Die etwa 350 Protestanten unseres Ortes feierten dann fast zwei Jahrzehnte hindurch, betreut von den Landauer evangelischen Pfarrern und Vikaren, ihren sonntäglichen Gottesdienst in der nicht gerade einladenden Friedhofskapelle in Wallersdorf. Meist jeden Monat einmal fanden im Gutshof Funk auch Bibelstunden statt.

Im Sommer 1965 legte Pfarrer Koller den Gläubigen auch die Pläne für eine eigene kleine evangelische Kirche in Wallersdorf vor. Sie sollte rund 70 Sitzplätze und einen eigenen Gemeinderaum mit zusätzlichen 20 bis 25 Sitzplätzen erhalten, der durch eine Schiebewand mit dem Gottesdienstraum verbunden werden konnte. Voll Freude gingen die evangelischen Kirchenangehörigen daran, die Finanzierung des Baues sicherzustellen.

Schon 1967 wurde mit dem Bau der eigenen, schon lange herbeigesehnten kleinen Kirche östlich des Gemeindefriedhofes begonnen. Über die Einweihungsfeierlichkeiten dieses Bauwerkes berichtete die Landauer Zeitung am Montag, den 15. Januar 1968 wie folgt:
 
 

"Haus der Gemeinde" soll sein eine Stätte des Glaubens

Einweihungsfeier mit vielen prominenten Ehrengästen
Krönung einer großen Opferbereitschaft

Wallersdorf: In einer schlichten und würdigen Feierstunde wurde gestern das "Haus der Gemeinde" der evangelischen Gemeinde Wallersdorf seiner Bestimmung übergeben. Neben den kirchlichen Würdenträgern hatten sich auch  zahlreiche prominente Gäste aus dem gesamten Landkreis eingefunden. In den Reihen der Ehrengäste saßen Landrat Dr. Winklhofer, Bürgermeister Renner, Pfarrer Renner als Vertreter der katholischen Gemeinde, Prälat Zellner, Oberinspektor Templer aus Landau sowie Vertreter des Gemeinderates und der Schule.

Oberkirchenrat Bürckstümmer aus Regensburg betonte in seiner kurzen Begrüßungsansprache, dieser Tag sei mit Recht ein Freudentag für die evangelische Gemeinde Wallersdorfs. Endlich sei ein Zentrum geschaffen worden, in dem die evangelischen Christen das Wort Gottes hören könnten. Jahrzehntelang habe man die Gastfreundschaft  der katholischen Kirche in Anspruch nehmen müssen, die die Friedhofskirche für Gottesdienste der evangelischen Gemeinde zur Verfügung gestellt habe. Oberkirchenrat Bürckstümmer sprach für diese entgegenkommende Geste Pfarrer Renner besonderen Dank aus. Zwar sei der Neubau dieses Gemeindehauses mit finanziellen Anstrengungen verbunden gewesen, doch hätten alle evangelischen Christen in ganz Niederbayern gerne ihr Scherflein für das Gelingen dieses Werkes gegeben. Man können sich jetzt froh dem Wort des Psalmisten anschließen, der das sage: "Der Vogel hat sein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest." Zwar stelle sich das Haus in Maßen ausgedrückt klein vor, doch werde in ihm die Fülle des Wortes Gottes verkündet und wirksam.